Chile

125px-Flag_of_Chile.jpgChile

Chile (amtlich República de Chile, deutsch: Republik Chile) ist ein Staat im Südwesten Südamerikas, der sich annähernd in Nord-Süd-Richtung zwischen den Breitengraden 17° 3' S und 56° 30' S erstreckt. Das Land grenzt im Westen und Süden an den Pazifischen Ozean, im Norden an Peru, im Nord-Osten an Bolivien und im Osten an Argentinien. Des Weiteren gehören zu Chile noch die im Pazifik gelegene Osterinsel (Rapa Nui), die Juan-Fernández-Inseln (einschließlich der Robinson-Crusoe-Insel), die Inseln San Felix und San Ambrosio, die Insel Salas y Gómez sowie die Diego-Ramirez-Inseln. Ferner beansprucht Chile einen Teil der Antarktis.

Etymologie
Die Herkunft des Wortes Chile ist nicht eindeutig nachgewiesen. Die verbreitetste Erklärung ist, dass sich das Wort aus der Sprache der Aymara herleitet. Dort bedeutet das Wort chilli „Land, wo die Welt zu Ende ist“. Dies würde durch die Tatsache unterstützt, dass die ersten Spanier, die nach Chile kamen, von den Siedlungsgebieten der Aymara aus aufbrachen. Die Spanier bezeichneten seit Anbeginn der Kolonisation Südamerikas das Land südlich der Atacama-Wüste mit dem Namen Chile. In den chilenischen Schulen wird außerdem noch die Variante gelehrt, dass Chile die lautmalerische Bezeichnung eines Vogels namens Trile sein könnte.

Eine weitere, wenig verbreitete Theorie nennt die Inka-Sprache Quechua als Ursprung. Die maximale Ausdehnung des Inkareichs reichte nämlich bis zum Gebiet des heutigen Santiago, woraufhin die Inka das Land südlich des Río Aconcagua in Anlehnung an das relativ kalte Klima und die schneebedeckten Anden tchili nannten, was Schnee bedeutet.

Absolut gar nichts hat die Landesbezeichnung Chile mit der (auf spanisch gleichnamigen) Chilischote zu tun. Dieses Wort stammt aus der mittelamerikanischen Aztekensprache Nahuatl.

Physische Geographie

Chile ist ein Land, das sich auf dem südamerikanischen Kontinent über 4.200 Kilometer in Nord-Süd-Richtung entlang der Anden und des Pazifischen Ozeans erstreckt (zählt man den Antarktischen Teil hinzu ca. 8.000 km), aber durchschnittlich nur ca. 180 Kilometer breit ist. Die engste Stelle beträgt im kontinentalen Chile (ohne Antarktis) 90 km, die breiteste Stelle etwa 240 km. Die Längenausdehnung Chiles entspricht auf Europa übertragen in etwa der Entfernung zwischen der Mitte Dänemarks und der Sahara. Aufgrund der langen Nord-Süd-Ausdehnung über mehr als 39 Breitengrade, aber auch der beträchtlichen Höhenunterschiede in West-Ost-Richtung weist Chile eine große Vielfalt an Klima- und Vegetationszonen auf.

Relief und Geologie

Stark vereinfacht besteht Mittel- und Südchile aus zwei parallelen Gebirgszügen mit Nord-Südverlauf: den Anden im Osten und dem niedrigeren Küstenbergzug (Küstenkordillere, Cordillera de la Costa) im Westen. Dazwischen liegt das Zentraltal (Valle Central) mit dem Hauptteil der Bevölkerung, des Ackerlands und des Weinbaus. Die Höhe von Kordillere, Zentraltal und Anden nimmt im Mittel von Norden nach Süden ab, so dass das Zentraltal südlich der Stadt Puerto Montt, die etwa 1.000 km südlich von Santiago liegt, unter den Meeresspiegel abtaucht. Die Küstenkordillere, von der nur noch die Bergspitzen aus dem Wasser ragen, wird gleichzeitig zur Inselkette. In dieser Region lässt sich deswegen eine einzigartige Fjord- und Insellandschaft entdecken.

Im Norden Chiles dagegen gibt es kein ausgeprägtes Zentraltal, das heißt, die Landschaft steigt von der Küste kommend zunächst steil an und bildet dann ein etwa 1.000 - 1.500 m hohes Plateau bis zum Fuße der Anden.

Das chilenische Relief lässt sich geotektonisch grob in drei Bereiche einteilen: die Anden im Osten, den Übergangsbereich (Pampa del Tamarugal und Valle Longitudinal) sowie das Küstengebirge (Cordillera de la Costa).

Die chilenischen Anden, die nur an wenigen Stellen die 2.000 m-Höhenlinie unterschreiten, unterteilen sich hinsichtlich ihrer geologisch-tektonischen Struktur von Nord nach Süd in vier größere Blöcke.

Im Großen Norden (Norte Grande) des Landes zieht sich eine etwa 1.000 km lange Kette rezenter Stratovulkane von der Grenze zu Peru (etwa am 17. südlichen Breitengrad) bis zum höchsten Berg des Landes, dem erloschenen Vulkan Ojos del Salado (6.880 m), der südlich des 27. Breitengrades in etwa auf der Höhe der Stadt Copiapó liegt.
Im Kleinen Norden (Norte Chico) zwischen dem 27. und 33. Breitengrad, der etwas nördlich der Hauptstadt Santiago de Chile verläuft, befindet sich die durchschnittlich 5.000 m hohe Hochkordillere, die frei von jungem Vulkanismus ist.
Von Santiago de Chile über den gesamten Kleinen Süden (Sur Chico) bis etwas südlich der Stadt Puerto Montt (42. Breitengrad) setzt mit dem 6.800 m hohen Vulkan Tupungato erneut eine langgestreckte Vulkankette ein, die aber nach Süden schnell an Höhe verliert.
Im Großen Süden (Sur Grande), der bis zur Insel Feuerland reicht, gibt es nur noch wenige isolierte Vulkane und die Höhe von 3.000 m wird nur noch selten überschritten. Hier dominiert der glaziale Formenschatz mit Gletscherseen, Karen und Fjorden das Landschaftsbild. Das Gebirge Cordillera Darwin bildet den letzten großen Gebirgszug vor dem Ende Südamerikas.
Der Übergangsbereich zwischen Küstenkordillere und den Anden lässt sich in zwei Bereiche untergliedern: die Pampa del Tamarugal im Norden und das Valle Longitudinal (auch Valle Central) im zentral-südlichen Bereich. Beide sind ausgeprägte Graben-Systeme. Die Pampa del Tamarugal erstreckt sich direkt entlang der nördlichen Vulkankette, während das etwas tiefer gelegene Valle Longitudinal der südlichen Vulkankette folgt und bei Puerto Montt (41° 30' S) ins Meer abtaucht.

Die Küstenkordillere erstreckt sich mit einer kurzen Unterbrechung südlich der Insel Chiloé über die gesamte Westseite des Landes. Sie steigen im Norden des Landes zwischen Arica und Chañaral (26. Breitengrad) als Steilküste unmittelbar auf 1.000 m ü.M. (stellenweise sogar über 2.000 m ü.M.) an. Da die wenigen Flüsse in diesem Raum aufgrund des extrem ariden Klimas nicht die Kraft zum Durchbruch haben, wird sie hier nur von wenigen Tälern durchschnitten. Die Talsysteme häufen sich erst südwärts von Chañaral. Das Küstengebirge flacht nach Süden hin ab und erreicht im kleinen Süden schließlich nur noch an wenigen Stellen Höhen über 1.000 m. Die Küstenkordillere setzt sich ab dem 44. Breitengrad (Chonos Archipel) als Inselkette fort.

Etwa 160 km vor der chilenisch-peruanischen Küste im Pazifik liegt der Atacamagraben (Chilegraben) mit max. 8.065 m Tiefe. Vor fast der gesamten chilenischen Küste bis ungefähr zur Halbinsel Taitao liegt die Nasca-Platte. Diese tektonische Platte ist die Ursache vieler schwerer Erdbeben und Tsunamis in Chile. Sie faltet die Anden auf.

Berge

Die chilenischen Anden bilden einen der höchsten Gebirgszüge der Welt und weisen eine Vielzahl von Gipfeln über 6.000 m auf. Unter Ihnen befindet sich der höchste Berg Chiles, der Ojos del Salado (6.880 m), welcher gleichzeitig der höchste erloschene Vulkan der Welt ist.

Im Folgenden die bekanntesten Berge Chiles aufgelistet:

Nevado Ojos del Salado, 6.880 m, III. Region (Región de Atacama)
Cerro Tupungato, 6.800 m, Hauptstadt-Region (Región Metropolitana)
Volcán Llullaillaco, 6.739 m, II. Region (Región de Antofagasta)
Volcán Parinacota, 6.342 m, I. Region (Región de Tarapacá)
Volcán Licancábur, 5916 m, II. Region (Región de Antofagasta)
Descabezado Grande, 3.830 m, VII. Region (Región del Maule)
Torres del Paine, 2.800 m, XII. Region (Región de Magallanes y de la Antártica Chilena)
Volcán Villarrica, 2.840 m, VIII. Region (Región de la Araucanía)
Volcán Osorno, 2.652 m, X. Region (Región de los Lagos)
Volcán Cerro Hudson, 1.905 m, XI. Region (Región de Aisén)

Flüsse und Seen

Aufgrund der besonderen Struktur des Landes gibt es in Chile keine längeren Flüsse. Der längste Fluss ist der Río Loa mit 443 km. Im Norden des Landes verhindert zusätzlich die extreme Trockenheit der Atacama-Wüste das Aufkommen größerer Wasserläufe. Die wenigen Flüsse im großen Norden, die dauerhaft Wasser führen, werden daher aus den Schnee- und Eisflächen der Gipfelregionen der Anden genährt. Gemäß den zunehmenden Niederschlägen nimmt nach Süden hin das mitgeführte Wasservolumen der Flüsse zu. Die Flüsse in Chile spielen wirtschaftlich in erster Linie für die Energiegewinnung und zu kleineren Teilen auch für den Tourismus (Lachsfischerei, Abenteuer-Tourismus) eine größere Rolle. Die wichtigsten Flüsse von Nord nach Süd sind folgende:

Río Lauca, 160 km, I. Region (Región de Tarapacá)
Río Lluta, 167 km, I. Region (Región de Tarapacá)
Río Loa, 443 km, II. Region (Región de Antofagasta)
Río Copiapó, 162 km, III. Region (Región de Atacama)
Río Elquí, 170 km, IV. Region (Región de Coquimbo)
Río Choapa, 160 km, IV. Region (Región de Coquimbo)
Río Aconcagua, 142 km, V. Region (Región de Valparaíso)
Río Maipo, 250 km, Hauptstadt-Region/ V. Region (Región Metropolitana/ Región de Valparaíso)
Río Mapocho, 120 km, Hauptstadt-Region (Región Metropolitana)
Río Cachapoal, 172 km, VI. Region (Región O´Higgins)
Río Maule, 240 km, VII. Region (Región Maule)
Río Biobío, 380 km, VIII. Region (Región del Biobío)
Río Imperial, 52 km, IX. Region (Región de la Araucanía)
Zu den chilenischen Seen zählen im Norden die Salzseen, deren größter und bekanntester der Salar de Atacama (3.000 km²) ist. Ganz im Norden liegt einer der höchstgelegenen Seen der Welt der Lago Chungará mit 21,5 km² auf rund 4.500 m Höhe.

Die großen und landschaftlich schönsten Seen Chiles erstrecken sich südöstlich der Stadt Temuco bis nach Puerto Montt in folgender Reihenfolge:

Lago Colico, 56 km², IX. Region (Región de la Araucanía)
Lago Caburga, 51 km², IX. Region (Región de la Araucanía)
Lago Villarrica, 176 km², IX. Region (Región de la Araucanía)
Lago Calafquén, 120 km², IX. Region (Región de la Araucanía) und X. Region (Región de los Lagos)
Lago Panguipulli, 116 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Riñihue, 77 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Ranco, 401 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Puyehue, 156 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Rupanco, 223 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Llanquihue, 860 km², X. Region (Región de los Lagos)
Im großen Süden liegt der größte chilenische See, der Lago General Carrera (970 km², XI. Region (Aisén)), welcher den westlichen Teil des argentinischen Lago Buenos Aires bildet.

Naturräumliche und klimatische Gliederung

Chile liegt auf der Südhalbkugel, weshalb die Jahreszeiten um ein halbes Jahr im Vergleich zur Nordhalbkugel verschoben sind und Sonne, Mond und Sterne am Firmament anders herum wandern. Das Land lässt sich klimatisch in drei Zonen einteilen: Nord-, Mittel- und Südchile.

Nordchile (genannt „großer Norden“) besitzt viele Berge, die über 6.000 m.ü. N.N. hoch sind. Der höchste Punkt Chiles ist der erloschene Vulkan Ojos del Salado. Zwischen der Küste und der westlichen Anden-Hauptkette erstreckt sich die Atacama-Wüste. Diese Wüste ist eines der trockensten Gebiete der Erde; oft fällt jahrelang kein Regen. Die Wüste war in der Vergangenheit für ihre großen Salpetervorkommen bekannt, während dort heute vor allem Kupfer gefördert wird. Die größte und wichtigste Stadt dieser Region ist die Hafenstadt Antofagasta (219.000 Einwohner).

In Mittelchile herrscht ein dem Mittelmeerraum vergleichbares Klima. Diese Region ist sehr fruchtbar und dicht besiedelt. Hier befindet sich die Hauptstadt Santiago de Chile mit rund 5 Millionen Einwohnern. Daneben sind Valparaíso (Seehafen und Parlamentssitz, 280.000 Einwohner), Viña del Mar (beliebter Urlaubsort, 320.000 Einwohner) und Concepción (Zentrum der Landwirtschaft und Industrie, 350.000 Einwohner) von Bedeutung. Die Region nördlich von Santiago wird „kleiner Norden“, die südlich von Santiago „kleiner Süden“ genannt.

Das sehr dünn besiedelte Südchile (genannt „großer Süden“) ist eine äußerst niederschlagsreiche Region. Die Küste ist durch eine Vielzahl vorgelagerter Inseln stark zerklüftet. Südlich des Festlandes befindet sich die Insel Feuerland, die sich Chile mit dem Nachbarland Argentinien teilt. Auf der Feuerland vorgelagerten Insel Isla Hornos befindet sich mit Kap Hoorn der südlichste Punkt Chiles und Südamerikas. In West-Ost-Richtung gliedert sich das Land in einen schmalen Küstenstreifen, der nach Süden breiter wird, und die westliche Anden-Kette entlang der Grenze zu Bolivien und Argentinien.

Besonderheiten des Klimas

Insgesamt wird das Klima Chiles stark durch den Humboldt-Meeresstrom entlang der Küste beeinflusst. Dieser fließt von Süden nach Norden und transportiert kaltes Meereswasser aus der Antarktis. Während zum Vergleich Nordeuropa vom warmen Golfstrom profitiert, liegen die Temperaturen in Chile deutlich niedriger bei analogem Breitengrad (Nord-/Südkoordinate): So herrschen in Punta Arenas in Südchile - welches etwa gleich weit vom Äquator entfernt liegt wie Hamburg - im Sommer etwa Tagestemperaturen von 12°C.

Eine Besonderheit des chilenischen Klimas ist der El-Niño-Effekt, auch Südliche Oszillation genannt. Dieses Klimaphänomen betrifft zwar hauptsächlich Länder wie Peru oder Indonesien, aber auch in Chile ist er etwa alle 7 Jahre wirksam und führt hier zu vermehrten Niederschlägen im Vergleich zu Normaljahren.

Flora und Fauna

Flora
Aufgrund der riesigen Ausdehnung von über 4.000 km Länge gibt es in Chile sehr viele Vegetationszonen. Im Bereich der Atacama-Wüste wächst praktisch nichts. Bewuchs gibt es nur in Küstennähe oder im Bereich der Anden. Hier wachsen sehr viele verschiedene Kakteenarten, Sukkulenten und Zwergsträucher. Allerdings kommt es alle paar Jahre zu Regenfällen in der Wüste, sodass große Wüstenflächen für wenige Tage von Millionen von Blumen überzogen sind.

Südlich der Wüste folgt die Grassteppe mit trockenem Grasland und in den Anden wächst die steinharte Yareta (Azorella yareta), auch Andenpolster genannt. In den trockenen Gebieten wächst der Boldo-Strauch (Peumus boldus). An den Küstengebirgen und in den Anden gibt es Nebelwälder (hydrophile Wälder), wo z.B. der Helecho-Baumfarn (Helecho arborescente) wächst.

Die Weinanbaugebiete beginnen im Bereich des Flusses Río Elquí, außerhalb des Flusstals gibt es allerdings nur Dornensträucher und Kakteen.

In Zentralchile wächst die Honigpalme (Jubaea chilensis) und die Araukarie (Araucaria araucana). Die Araukarie ist der heilige Baum der Mapuche, ihre großen Samen dienten ihnen zur Ernährung. In Chile gibt es auch einige große Eukalyptus-Plantagen.

In Südchile gibt es große Wälder, die dem gemäßigten Regenwald zugeordnet werden. Sie setzen sich vorwiegend aus Zypressen, Kiefern und Lärchen zusammen, ebenso sind Antarktische Scheinbuchen (Nothofagus antarctica) und Pappeln weit verbreitet.

In der XI. Region Aisén gibt es Wälder mit:

Lenga-Südbuche (Nothofagus pumilio)
Coihue-Südbuche (Nothofagus dombeyi)
Arrayán-Myrtenbäumen (Luma apiculata)
Olivillo-Bäumen (Aextoxicon punctatum)
Notro-Bäumen (Embothrium coccineum)
Ulmo-Bäumen (Eucryphia cordifolia)
Kerzenbäumen (Maventus boaria)
Die Nationalblume Chiles ist die rote Copihue-Blume (Lapageria rosea), eine Kletterpflanze.

Patagonien bildet eine weite Grassteppe und Tundra. Große Teile der Region Aisén und der Region Magallanes sind bereits vergletschert, sodass hier keine Vegetation mehr anzutreffen ist.

Feuerland ist von großen Mooren durchzogen. Hier halten sich nur noch wenige Baumarten, wie die Lenga-Südbuche oder die Magellan-Südbuche Cohiue (Nothofagus betuloides).

Fauna
In den Steppengebieten sind Lamas, Guanakos, Alpakas und Vikunjas, die zur Familie der Kamele gehören, weitverbreitet. In den Andenregionen lebt das Huemul, das Nationaltier Chiles, ein Gabelhirsch.

Das Chinchilla, ein Nagetier, lebt ebenfalls in gebirgigen Steppenlandschaften, sowie der Puma. Die Wälder bieten Platz für Hirsche, Chilenische Waldkatzen, Füchse und sogar für Kolibris.

Der Humboldt-Pinguin, Pelikane und Seelöwen leben selbst an den kalten Küsten Nordchiles, sowie im eisreichen Süden.

Über fast den ganzen Bereich Chiles ist der majestätische Andenkondor verbreitet, einer der größten Vögel der Welt. Die großen Salzseen beherbergen tausende von Flamingos.

Im kargen Süden Feuerlands leben Eulen, Magellan-Füchse und Darwin-Nandus.

Sprache

Die Amtssprache ist Spanisch, welches wie in vielen anderen lateinamerikanischen Ländern als castellano bezeichnet wird. Das in Chile gesprochene Spanisch ist stark regional gefärbt. So wird zum Beispiel s am Silbenende zu einem für deutsche Ohren schwer zugänglichen (aber im Arabischen häufigen) Hauchlaut. Außerdem werden die einzelnen Wörter gerne kontrahiert, wobei die Wörter ineinander übergehen. Für manche deutsche Ohren klingt das chilenische Spanisch daher genuschelt. Zahlreiche in Chile verwendete Begriffe wurden aus den Sprachen der Einwanderer übernommen (z.B. closet oder kuchen).

Die bekannteste indigene Sprache ist Mapudungun der Mapuche in Südchile, daneben sind in Nordchile Quechua und Aymara und auf der Osterinsel Rapa Nui verbreitet.

Geschichte

Präkolumbische und Kolonialgeschichte
Etwa 13.000 Jahre vor Christi Geburt siedelten die ersten Menschen im heutigen Staatsgebiet Chiles. Später gehörte der Norden Chiles bis zu seiner Eroberung durch die Spanier kurzzeitig zum Inkareich. Im Jahre 1520 entdeckte der Portugiese Ferdinand Magellan während seines Versuches die Erde zu umsegeln die nach ihm benannte Magellanstraße, die an der heutigen Südspitze Chiles liegt. Die nächsten Europäer, die das heutige Chile erreichten, waren Diego de Almagro und seine Gefolgschaft, die 1535 von Peru kommend nach Gold suchten aber von der lokalen Bevölkerung zurückgetrieben wurden. Die erste permanente Siedlung der Europäer war das 1541 durch Pedro de Valdivia gegründete Santiago. Seit 1542 war Chile Bestandteil des spanischen Vizekönigreiches Peru.

Da die Spanier wenig Gold- und Silber fanden, war Chile aufgrund seiner abgeschiedenen Lage eher eine wenig beachtete Kolonie für die spanische Krone. Die große Atacamawüste behinderte den direkten Weg nach Peru. Erst später wurde Chile durch landwirtschaftliche Produkte für die anderen spanischen Besitzungen ein wichtiger Versorgungspartner.

Chile beherbergte verschiedene Volksgruppen, die lange Zeit fälschlicherweise unter dem Begriff Araucaner subsumiert wurden. Im Süden leisteten die Mapuche in zahlreichen Kriegen erbitterten Widerstand, der als Arauco-Krieg (Guerra de Arauco) bezeichnet wird, und verhinderten, dass die Spanier das Gebiet südlich vom Río Bío Bío unter Kontrolle bringen konnten. Ab 1602 bildete der Río Bío Bío faktisch die Grenze zum Mapuchegebiet. Die Spanier schlossen daraufhin 1647 einen Friedensvertrag mit den Mapuche, der allerdings nicht lange hielt. Die meisten spanischen Rückeroberungsversuche endeten in schweren Niederlagen. Viele Städte wurden kurz nach der Neuerrichtung von Mapuche- und Pehuenchenverbänden überrannt und wieder zerstört. Erst 1883 konnten chilenische und argentinische Truppen die Gebiete endgültig zurückerobern.

Neben den indianischen Angriffen behinderten schwere Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche die Entwicklung des Landes. Viele Städte wurden komplett zerstört, wie z.B. Valdivia 1575 und Concepción 1570. Die chilenischen Küstenstädte waren im 16. und 17. Jahrhundert häufigen Angriffen englischer Piraten ausgesetzt.

1609 wurde das Generalkapitanat Chile gegründet, dieses war jedoch abhängig vom Vizekönigreich Peru. 1778 wurde Chile zum eigenständigen Generalkapitanat mit Handelsfreiheit innerhalb des spanischen Königreiches.

Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien und Entstehung der Republik
Der Drang nach Unabhängigkeit kam auf, als 1808 Spanien von Napoleons Bruder Joseph regiert wurde. Am 18. September 1810 wurde eine Junta ins Leben gerufen, die Chile im Namen des abgesetzten Königs Ferdinand VII. zu einer autonomen Republik innerhalb des spanischen Königreichs erklärte. Nach dem Spanischen Unabhängigkeitskrieg versuchte Spanien wieder die uneingeschränkte Macht in Chile zu übernehmen. Die Spanier wurden aber in der Schlacht von Chacabuco durch ein chilenisch-argentinisches Heer unter General José de San Martín geschlagen. Am 12. Februar 1818 proklamierte Chile seine Unabhängigkeit von Spanien. In der Schlacht von Maipú am 5. April 1818 brach der spanische Widerstand endgültig zusammen. San Martín verzichtete zugunsten von Bernardo O'Higgins auf das Präsidentenamt und so wurde O'Higgins das erste Staatsoberhaupt Chiles.

O'Higgins selbst wurde gestürzt und ging 1823 ins Exil nach Peru. Sein Nachfolger Ramón Freire y Serrano konnte seine politische Macht nicht richtig festigen und wurde von Francisco Antonio Pinto Díaz 1828 gestürzt. Er führte eine liberale Verfassung ein, was den Zorn der Konservativen hervorrief. Am 17. April 1830 stürzte Diego Portales Palazuelos in der Schlacht von Lircay die Regierung. Portales regierte bis August 1831 mit diktatorischen Mitteln. Im Jahre 1833 entstand mit Hilfe Portales eine streng präsidiale Verfassung. Diese stark zentralistische Verfassung gewährte Chile eine lange Zeit der Stabilität (1833 - 1891). Chile wurde zur ökonomisch stärksten Region in Südamerika und vergrößerte sein Territorium in mehreren Kriegen stark. Von 1836-1839 kam es zum Peruanisch-Bolivianischen Konföderationskrieg mit Bolivien und Peru, den die Chilenen gewannen. Diego Portales wurde 2005 spektakulär aus einem unbekannten zugemauertem Hohlraum der Kathedrale von Santiago in einem sehr gutem, einbalsamierten Zustand gefunden.

Am 17. September 1865 erklärte Chile Spanien den Krieg (Spanisch-Südamerikanischer Krieg), nachdem Spanien versucht hatte, die peruanische Ex-Kolonie wiederzuerobern. Es kam daraufhin zu den Seegefechten bei Papudo, sowie Abtao vor der Insel Chiloé. Am 5. Dezember 1865 verbündete sich auch Peru mit Chile, um den gemeinsamen Feind zu bekämpfen. Die Spanier beschossen am 31. März 1866 die Stadt Valparaíso massiv. Die spanische Herrschaft war 1866 praktisch beendet. Der Konflikt mit Spanien konnte aber erst in Verträgen von 1871 und 1883 endgültig gelöst werden.

Salpeterkrieg und andere Grenzstreitigkeiten
Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts wanderten verstärkt auch nicht-spanische Europäer nach Chile ein, darunter Deutsche, deren Spuren noch heute vor allem im südlichen Mittelteil das Landes zu sehen sind (Valdivia, Osorno, Puerto Montt, Puerto Varas, Frutillar, Puerto Natales).

Im Salpeterkrieg, 1879 bis 1883, eroberte Chile Teile der bis dahin zu den Nachbarländern Peru und Bolivien gehörenden Atacamawüste. Dadurch verlor Bolivien seinen freien Zugang zum Pazifik. In den eroberten Gebieten wurden später große Kupfervorkommen gefunden. Chuquicamata, die größte Kupfer-Tagebau-Mine der Welt, befindet sich in diesem Gebiet.

1891 revoltierte die chilenische Marine gegen Präsident José Manuel Balmaceda und es kam zum Bürgerkrieg. In diesem Konflikt starben rund 6000 Menschen. Balmaceda verlor zwei größere Schlachten und beging am 18. September 1891 Selbstmord.

Ab 1893 verschärften sich die Grenzprobleme mit Argentinien, nachdem Bolivien einen Teil der Puna de Atacama an Argentinien abgetreten hatte. Diese war seit dem Salpeterkrieg von Chile besetzt. Zwischen Chile und Argentinien kam es zu einem Wettrüsten. Erst der britische König Edward VII. konnte 1902 den Grenzstreit schlichten. Patagonien und Feuerland wurden neu aufgeteilt, davon fielen 54.000 km² an Chile und 40.000 km² an Argentinien. Die Grenzstreitigkeiten mit Bolivien wurden 1905 nur vorläufig beigelegt.

Am 16. August 1906 erschütterte ein sehr starkes Erdbeben mit anschließendem Tsunami die Stadt Valparaíso, die fast komplett zerstört wurde, dabei starben rund 20.000 Menschen.

Erster und Zweiter Weltkrieg
Chile blieb im Ersten Weltkrieg neutral, die innenpolitische Lage war aber weiterhin instabil. Präsident Arturo Alessandri Palma, der in Chile ein System der Sozialversicherung eingeführt hatte, wurde 1924 durch einen Militärputsch entmachtet. Bis 1932 regierte Carlos Ibáñez del Campo das Land mit diktatorischen Mitteln. 1932 wurde die verfassungsmäßige Ordnung wiederhergestellt, und die Radikalen erwiesen sich in den folgenden zwanzig Jahren als führende Partei.

Die Weltwirtschaftskrise um 1930 traf Chile besonders hart. Die Preise für die wichtigsten Exportgüter Kupfer und Salpeter verfielen zusehends. Ab den 1930er Jahren erfolgte eine langsame Erholung des Landes, die 1938 durch einen Putschversuch der Nationalsozialistischen Bewegung Chiles und das darauffolgende Massaker unterbrochen wurde.

1934 kam es zu einer großen Bauernrebellion in Ranquil. Die Mapuche versuchten Teile ihrer angestammten Gebiete zurückzuerobern. Erst der Einsatz der Armee konnte diesen letzten großen Mapucheaufstand beenden.

Nachdem Chile lange Zeit - auch aus Rücksicht auf die zahlreichen deutschstämmigen Chilenen - im Zweiten Weltkrieg neutral geblieben war, beschloss 1944 der Präsident Juan Antonio Ríos Morales, in den Krieg einzutreten, aber der Einfluss Chiles auf den Kriegsausgang blieb unbedeutend. Viele Nationalsozialisten flüchteten nach dem Ende des Krieges nach Lateinamerika, viele davon nach Chile. 1945 gehörte das Land zu den Gründungsmitgliedern der Vereinten Nationen und trat 1948 der OAS bei. Das Frauenwahlrecht wurde 1949 eingeführt.

Großer Gegenspieler der Konservativen, die mit ihrem Kandidaten Jorge Alessandri 1958 zum letzten Mal die Präsidentschaftswahl gewannen, wurden die Christdemokraten, die zwar strikt antikommunistisch, nach europäischen Maßstäben aber in Fragen der Sozialpolitik gemäßigt links eingestellt waren.

Am 22. Mai 1960 erschütterte das bisher stärkste gemessene Erdbeben der Welt, mit anschließendem Tsunami, Chile. Es hatte die Stärke 9,5 auf der Richterskala. Es starben mehr als 2.000 Menschen.

1964 gewann Eduardo Frei Montalva als Kandidat der Christdemokratischen Partei die Wahl zum Präsidenten, auch mit Wahlhilfe aus den USA. Er versuchte unter dem Motto „Revolution in Freiheit“, Sozialreformen mit der Beibehaltung der demokratischen Ordnung zu verbinden und den Spagat zwischen den radikalen Forderungen der Linken und der rigorosen Abwehr von Reformen durch die Rechten zu schaffen. Eine Landreform verteilte über drei Millionen Hektar Großgrundbesitz an Bauerngenossenschaften. Frei scheiterte letztlich mit seinen wichtigsten Reformen, darunter die teilweise Verstaatlichung der Kupferindustrie. 1969 trat Chile als Gründungsstaat der Andengemeinschaft bei, trat allerdings 1976 wieder aus.

Präsidentschaft Salvador Allendes
Die Kräfte der Linken bildeten 1969 die Unidad Popular (UP), ein Wahlbündnis, dem neben der Kommunistischen und der Sozialistischen Partei noch viele andere kleine humanistische, linkschristliche und marxistische Parteien angehörten. Die UP vertrat eine sozialistische Linie, warb für die Verstaatlichung der Industrie und die Enteignung der Großgrundbesitzer. Dieses Bündnis stellte 1970 als Präsidentschaftskandidaten Salvador Allende auf, der schon 1964 kandidiert hatte.

Aus den Wahlen von 1970 ging das linke Wahlbündnis Unidad Popular mit 37% der Stimmen als stärkste Kraft hervor und Salvador Allende wurde zum Präsidenten gewählt. Sein konservativer Gegner, Jorge Alessandri, kam auf 35,3%, und der Christdemokrat Radomiro Tomic erzielte 28,1%. Allendes Minderheitsregierung wurde mit den Stimmen der Christdemokraten um Tomic installiert und verstaatlichte in der Folge die wichtigsten Wirtschaftszweige (Bankwesen, Landwirtschaft, Kupferminen, Industrie, Kommunikation) und geriet dadurch in wachsende Konflikte mit der Opposition. Zudem traf der Wahlsieg Allendes in den USA auf heftigen Widerstand. Mit dem Sieg der „Volksfrontregierung“ unter marxistischen Einfluss in Chile war nach Kuba der zweite amerikanische Staat sozialistisch regiert. Dies schien die 1954 von US-Präsident Eisenhower postulierte Domino-Theorie zu bestätigen, wonach die Länder Südamerikas nach und nach wie Dominosteine dem Kommunismus unterliegen würden. Im März 1973 konnte die Unidad Popular ihren Stimmenanteil nochmals vergrößern, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Ende August 1973 entzog das Parlament der Regierung mit der Begründung missbräuchlicher Amtsausübung das Vertrauen.

Ära Pinochet
Am 11. September 1973 kam es schließlich zum Militärputsch gegen die Regierung. Präsident Allende soll im Präsidentenpalast „Moneda“ nach angeblich glaubhaften Zeugenaussagen und einer späteren Obduktion Selbstmord begangen haben. Hunderte seiner Anhänger kamen in diesen Tagen ums Leben, Tausende wurden inhaftiert. Sämtliche staatlichen Institutionen in ganz Chile waren binnen Stunden vom Militär besetzt. Die Macht als Präsident einer Junta übernahm General Augusto Pinochet, der gleichzeitig Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, der Luftwaffe und der Nationalpolizei war.

In den dünn besiedelten Wüstengebieten im Norden Chiles und in Patagonien errichtete das Militär Konzentrationslager, wo Oppositionelle und deren Sympathisanten nicht selten zu Tode gefoltert oder unter anderem mit Flugzeugen hinaus aufs Meer geflogen und dort hinausgeworfen wurden. Tausende Chilenen gingen daher wegen der fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen ins Exil.

Schon kurz nach der Machtübernahme Pinochets begannen auch die USA wieder, Chile intensiv mit Wirtschaftshilfe zu unterstützen. Die Militärregierung machte die Verstaatlichungen Allendes mit Ausnahme der wichtigen Kupfermine Chuquicamata rückgängig, führte neoliberale Wirtschaftsreformen durch und schaffte die Gewerkschaftsrechte ab. Durch das zurückfließende Kapital erholte sich allmählich die Wirtschaft. Mit dieser rigorosen Wirtschaftspolitik klafften die Unterschiede zwischen Arm und Reich in Chile wieder deutlicher auseinander, aber die Volkswirtschaft insgesamt profitierte von hohen Wachstumsraten und einer für südamerikanische Verhältnisse außergewöhnlichen Stabilität. Eine politische und ökonomische Stabilität, die auf einer menschenverachtenden Repressionspolitik seitens der Militärmachthaber basierte.

Etwa zehn Jahre vor der Machtübernahme Pinochets kam es zu der Gründung der Colonia Dignidad, einer streng bewachten Siedlung von Deutschstämmigen, geführt von Paul Schäfer, die von manchen als Sekte bezeichnet wird. Die Colonia soll während der Militärherrschaft angeblich als Folterzentrum für die chilenischen Geheimdienste gedient haben. Darüber hinaus soll sich die Colonia zu einem florierenden Konzern, der u.a. Titan nach Deutschland exportierte, entwickelt haben.

Im Dezember 1978 kam es zu kriegerischen Drohungen zwischen Argentinien und Chile. Die unbewohnten Inseln Lennox, Picton und Nueva im Beagle-Kanal wurden zum Streitpunkt, vor allem weil in der Gegend größere Öl-Reserven vermutet wurden. Der Streit wurde erst durch Vermittlung des Vatikans mit einem Grenzvertrag am 2. Mai 1985 friedlich beigelegt, bei dem alle drei Inseln Chile zugesprochen wurden. Die fast endgültige Grenzziehung mit Argentinien am Fitz Roy-Massiv wurde am 16. Dezember 1998 vereinbart. Es bleibt bis heute nur noch ein kleiner undefinierter Abschnitt im Bereich des Campos de Hielo Sur (südliche Eisfelder) übrig. Dieser Bereich beherbergt eines der größten Süsswasserreservoirs Südamerikas.

Während des Falkland-Krieges 1982 unterstützte Chile Großbritannien passiv gegen Argentinien, aufgrund der im Jahre 1978 vorausgegangenen Drohungen Argentiniens, in Chile einzufallen. Chile ließ ein beschädigtes britisches Flugzeug auf seinem Territorium landen und versorgte es. Des weiteren half Chile Großbritannien mit Radar- und Spionagetätigkeiten. Der chilenische Exluftwaffenchef Fernando Matthei bestätigte später die geheime Kooperation.

Redemokratisierung
1988 wurde eine Volksabstimmung abgehalten, bei der sich eine Mehrheit (55%) gegen eine weitere Amtszeit Pinochets aussprach. 1989 fanden die ersten freien Wahlen nach 15-jähriger Diktatur statt, Präsident wurde der Christdemokrat Patricio Aylwin. Aylwin begann mit bescheidenen Wirtschaftsreformen und bemühte sich, die verfeindeten politischen Lager zu versöhnen, um ein demokratisches Zusammenleben zu ermöglichen. Behutsam begann er mit der Aufarbeitung der Verbrechen der Militärdiktatur: Im November 1993 standen erstmals Offiziere wegen Menschenrechtsverletzungen vor Gericht. Viele Exilanten kehrten zurück in ihre Heimat.

In der allgemeinen Stimmung der Loslösung von der Vergangenheit des Pinochet Regimes, kam es zu Beginn des Jahres 1993 zu Studentenunruhen an der katholischen Universität von Valparaíso, die von der linksgerichteten Movimiento Liberta Chile angeführt wurden. Trotz einer raschen Zerschlagung dieser Protestbewegung, entfachten die Unruhen doch aufs neue eine Diskussion über das chilenische Bildungswesen nach Pinochet.

Von 1994 bis 2000 regierte der Christdemokrat Eduardo Frei Ruiz-Tagle. 1993 kam der ehemalige DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker nach Santiago, wo seine Tochter lebt, um der Strafverfolgung in Deutschland nach der deutschen Einheit zu entgehen. Er starb dort im Mai 1994.

Pinochet trat 1998 als Heereschef ab und wurde im gleichen Jahr in Großbritannien verhaftet. Später wurde er unter Hausarrest gestellt und 2000 „aus gesundheitlichen Gründen“ entlassen.

Im Jahr 2000 wurde der Sozialist Ricardo Lagos neuer chilenischer Präsident. Er bezwang in einer Stichwahl seinen konservativen Gegner Joaquín Lavín nur knapp. Mit Lagos zog nach Allende der zweite sozialistische Präsident in die „Moneda“ ein. Lagos machte die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Senkung der Kriminalität zu Kernanliegen seiner Regierung. Sein Programm sah außerdem die Wiedereinführung der Tarifautonomie und die Einbindung des Armee-Budgets in den staatlichen Haushalt vor. Lagos wird im Jahr 2006 das Amt mit einer rückwirkend wirtschaftlich und politisch positiven Bilanz verlassen. Das erklärt auch die Rückendeckung der Mehrheit des Volkes bis zum heutigen Tag. Den Vorgaben der Verfassung entsprechend kann Lagos sich nicht direkt wiederwählen lassen, sondern muss mindestens eine Legislaturperiode aussetzen.

Verwaltungsgliederung

Chile ist in 12 mit römischen Zahlen von Norden nach Süden durchnummerierte Regionen (spanisch región) und eine Hauptstadtregion aufgeteilt, die jedoch nur eine geringe politische Rolle spielen, da Chile als ausgeprägter Zentralstaat gilt. Unter den Regionen sind die 51 Provinzen angesiedelt.

Die I. Region (Región de Tarapacá) umfasst die Provinzen Arica, Iquique und Parinacota.
Die II. Region (Región de Antofagasta) umfasst die Provinzen Antofagasta, El Loa und Tocopilla
Die III. Region (Región de Atacama) umfasst die Provinzen Chañaral, Copiapó und Huasco.
Die IV. Region (Región de Coquimbo) umfasst die Provinzen Choapa, Elqui und Limarí.
Die V. Region (Región de Valparaíso) umfasst die Provinzen Los Andes, Petorca, Quillota, San Antonio, San Felipe und Valparaíso, sowie die Überseegebiete (z.B. Isla de Pascua usw.).
Die Hauptstadtregion (RM oder Región Metropolitana) umfasst die Provinzen Chacabuco, Cordillera, Maipo, Melipilla, Santiago und Talagante.
Die VI. Region (Región del Libertador General Bernardo O'Higgins) umfasst die Provinzen Cachapoal, Colchagua und Cardenal Caro.
Die VII. Region (Región del Maule) umfasst die Provinzen Cauquenes, Curicó, Linares und Talca.
Die VIII. Region (Región del Bío-Bío) umfasst die Provinzen Arauco, Bío-Bío, Concepción und Ñuble
Die IX. Region (Región de la Araucanía) umfasst die Provinzen Cautín und Malleco.
Die X. Region (Región de los Lagos) umfasst die Provinzen Chiloé, Llanquihue, Osorno, Palena und Valdivia.
Die XI. Region (Región de Aisén del General Carlos Ibáñez del Campo) umfasst die Provinzen Aisén, Capitán Prat, Coihaique und General Carrera.
Die XII. Region Región de Magallanes y de la Antártica Chilena) umfasst die Provinzen Magallanes, Tierra del Fuego, Última Esperanza und Antártica Chilena.
Unterhalb der Provinzebene befinden sich die 345 Gemeinden (municipalidad). Diese sind gemäß Artikel 61 der Verfassung die Organe der lokalen Selbstverwaltung. Sie werden von einem Bürgermeister (alcalde) und einem Stadtrat geleitet.

Bekannteste Städte in Chile

Die mit Abstand größte Agglomeration in Chile ist die Hauptstadtregion um Santiago mit einer Einwohnerzahl von 5.899.612 (Stand 1. Januar 2005). Dort konzentrieren sich etwa 40 Prozent der Bevölkerung des Landes. Ebenfalls große Siedlungsgebiete sind die Agglomerationen von Valparaíso und Concepción.

Zu den bekannteren Städten Chiles zählen neben den drei obengenannten Agglomerationen noch Antofagasta, Arica, Puerto Montt und Punta Arenas.

Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Regionen V bis X. In Nordchile existieren aufgrund der Atacamawüste nur wenige größere Städte, die meist dicht am Pazifik liegen (z.B. Iquique und Copiapó). In Südchile nimmt südlich von Puerto Montt und der Insel Chiloé die Bevölkerungsdichte sehr stark ab, nur noch Coyhaique und Punta Arenas sind größere Städte.

Infrastruktur

Straßennetz
Der Straßenverkehr hat sich auch in Chile zum wichtigsten Verkehrsträger entwickelt. Das Straßennetz ist 79.800 km lang, davon sind 11.012 km asphaltiert. In den letzten Jahren wurde viel Geld in die Verkehrsinfrastruktur investiert, so dass dieser Wert heute wohl deutlich überschritten werden dürfte. Die wichtigste und mittlerweile durchweg als Autobahn ausgebaute Transportachse ist die etwa 3.000 km lange Ruta 5 - ein Bestandteil der Panamericana. Sie verläuft in Nord-Süd-Richtung von der Grenzstadt Arica bis nach Puerto Montt im Süden.

Im Jahre 1976 begann der Bau der Carretera Austral, ein ehrgeiziges Straßenbau-Projekt unter Diktator Augusto Pinochet um die Regionen von Puerto Montt bis Feuerland zu verbinden. Die Straße ist bis heute im Bau. Dies führt dazu, dass mit Ausnahme der Insel Chiloe der Teil des Landes der südlich von Puerto Montt liegt nur über argentinische Straßen zu erreichen ist. Dies hat z.B. zur Folge, dass bei Autovermietungen, die nur für Chile gelten (d.h. mit dem gemieteten Auto darf nicht ins Ausland gefahren werden) der tiefe Süden nur über eine 1-2 mal pro Woche verkehrende Fährverbindung erreichbar ist.

Nach europäischen Maßstäben als gut ausgebaut können nur die Panamericana und sonstige mautpflichtige Straßen bezeichnet werden. Die restlichen Straßen haben wesentlich schlechtere Qualität.

Eisenbahn
Die erste chilenische Eisenbahn fuhr 1851 von Caldera nach Copiapó. Mit dem Salpeterboom wurde das Schienennetz in Nordchile ab 1871 stark ausgebaut. Damals befand sich der Norden noch im Besitz von Peru und Bolivien. Eine der ersten Strecken führte von La Noria nach Iquique. Die Strecken wurden direkt an den Salpeterminen verlegt, so dass Ende des 19. Jahrhunderts große Teile von der Regionen Tarapacá, Antofagasta und Atacama eisenbahntechnisch erschlossen waren. Parallel dazu erfolgte der Ausbau der Strecken zu den großen Hafenstädten in Zentralchile, wie San Antonio und Talcahuano.

Heute wird das chilenische Schienennetz von der staatlichen Eisenbahngesellschaft EFE betrieben. Zudem betreibt eine Tochtergesellschaft der staatlichen Eisenbahngesellschaft das S-Bahn-Netz in Valparaiso. Der Güter- und Personenverkehr, das Immobilienvermögen und der Personalbestand werden von verschiedenen Tochtergesellschaften verwaltet. Das Eisenbahnnetz kann aufgrund unterschiedlicher Spurweiten nicht durchgehend betrieben werden und besteht deshalb aus zwei verschiedenen Teilnetzen:

Südlich von Santiago besteht ein 3.743 km langes Breitspurnetz (Spurweite 1676 mm), von denen 1.653 km elektrisch betrieben werden. Zwischen Santiago und Temuco wird das Eisenbahnnetz auch für den Personenverkehr benutzt.
Nördlich von Santiago besteht ein 2.923 km Meterspurnetz, von denen 40 km elektrisch betrieben werden. Auf diesem Meterspurnetz findet kein Personenverkehr statt.
Der Personenverkehr ist im Rückgang begriffen, was durch die starke Konkurrenz der Busunternehmen und die schlechte Qualität der Waggons und Strecken begründet ist. So konnte man bis vor einigen Jahren mit dem Zug noch bis Puerto Varas fahren. Es gibt Bestrebungen, wieder mehr Personen per Schiene zu befördern.

In der Hauptstadt Santiago de Chile existiert ein über 45 km langes U-Bahn-Netz (Metro de Santiago), dessen erste Teilstrecke 1975 eröffnet wurde. Zur Zeit wird das U-Bahn-Netz stark ausgebaut und soll dann 83 km lang sein.

Häfen
Ein Großteil des Im-/Exports Chiles wird über große Seehäfen abgewickelt. Die Hauptausfuhrgüter sind Kupfer, Eisen, Zellstoff, sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse. Viele Häfen verfügen über moderne Containerterminals.

Wichtige Häfen gibt es in Antofagasta, Arica, Chañaral, Coquimbo, Iquique, Puerto Montt, Punta Arenas, San Antonio, San Vicente, Talcahuano und Valparaíso.

Besonders in Südchile spielen Fährverbindungen eine wichtige Rolle, da hier die Straßenverbindungen aufgrund von vielen Fjorden und Inseln schlecht realisierbar sind.

Wichtigste Stützpunkte der chilenischen Marine sind Valparaíso und Talcahuano.

Vor dem Bau des Panama-Kanals waren Valparaíso und Punta Arenas die wichtigsten Häfen für den Pazifikhandel. 1840 errichtete die Pacific Steam Navigation Company die erste Dampfschifffahrtslinie in Südamerika von Valparaíso nach Callao in Peru.

Flughäfen / Luftfahrt
Aufgrund der riesigen Länge von über 4.000 km spielt der Flugverkehr eine wichtige Rolle. Die größten Flughäfen besitzen Santiago de Chile, Puerto Montt, Talcahuano, Temuco, Iquique, Antofagasta und Punta Arenas. Über das ganze Land sind zusätzlich viele kleine Regionalflughäfen verteilt.

Der erste Motorflug in Chile fand am 21. August 1910 statt, der Pilot hieß César Copetta Brosio. Bekannt wurden insbesondere Dagoberto Godoy, der 1918 als erster die Anden überflog und José Luis Sánchez Besa, ein chilenischer Flugbootpionier. Der Beginn der Flugpostbeförderung wurde ab 1. Januar 1919 von Santiago de Chile nach Valparaíso vom Piloten Clodomiro Figueroa mit einer Morane-Saulnier MS-35 durchgeführt.

1929 gründete Kommodore Arturo Merino Benítez mehrere lokale Fluggesellschaften, diese formierten sich ab 1932 zu der heutigen Fluggesellschaft LAN. Sie ist seit 1989 privatisiert und gehört mittlerweile durch eine expansive Geschäftspolitik zu den fünf größten und erfolgreichsten Airlines Lateinamerikas, mit Filialen in Peru LAN Peru, Argentinen LAN Argentina, Ecuador LAN Ecuador und der Dominikanischen Republik LAN Dominicana. Die frühere zweite chilenische Fluggesellschaft Ladeco wurde Anfang der 1990er Jahre aufgekauft.

Sehenswürdigkeiten

Aufgrund der großen Länge des Landes verfügt Chile über unterschiedlichste Landschaften. Im Norden dominiert die Atacamawüste. Der Osten ist von den Anden geprägt. Zentralchile ist von mediterranem Klima beeinflusst. Der Kleine Süden ist geprägt von Wäldern und herrlichen Landschaften, die oft auch als Chilenische Schweiz bezeichnet werden. Ab der Region XI. gibt es bereits große Gletschergebiete. Hier beginnt die karge Landschaft Patagoniens. Das Klima ist rau und regenreich.

Eine ganz andere Welt bieten die ozeanischen Inseln, wie die Osterinsel und die Juan-Fernández-Inseln. Die Osterinsel ist besonders aus archäologischer Sicht sehr interessant.

Feuerland dient oft als Ausgangspunkt zur Chilenischen Antarktis.

Nationalparks in Chile

Chile verfügt über eine sehr große Anzahl von Nationalparks und nationalen Reservaten, diese werden von der chilenischen Forstbehörde CONAF verwaltet. Weblink: CONAF (Spanisch)

Die bekanntesten Nationalparks sind der Torres del Paine Nationalpark, der Lauca Nationalpark, der Bernardo O'Higgins Nationalpark und der Osterinsel-Nationalpark.

In der Provinz Palena bei Chaitén liegt der mit privaten Mitteln errichtete über 3.000 km² große Parque Pumalín. Er wurde vom Amerikaner Douglas Tompkins durch große Landkäufe ab Mitte der 90er Jahre errichtet. Das Land wurde später der Non-Profit Organization Fundación Pumalin übergeben. Der Park ist insbesondere für den Öko-Tourismus interessant.

Kultur

Zwischen der Kultur in den Städten und auf dem Land gibt es starke Unterschiede. Auf dem Lande spielen die Folklore mit traditionellen Tänzen, wie dem Nationaltanz Cueca eine wichtige Rolle. Die volkstümliche Kultur ist stark spanisch und araukanisch geprägt. Payadores sind Volkssänger in deren Gesänge meist um die Liebe und Träume geht. Politische Lieder waren ihnen in der Pinochet-Ära verboten. Das Kunsthandwerk auf dem Lande ist von indianischen Einflüssen gekennzeichnet. Hergestellt werden vor allem Web- und Töpferarbeiten, sowie Schnitzereien. Die Stadtkultur ist mehr kosmopolitisch geprägt.

Wichtigste Künstler im Überblick

Die chilenische Kultur der Neuzeit wurde von mehreren herausragenden Persönlichkeiten geprägt:

Isabel Allende, ist wohl die bekannteste heutige Schriftstellerin Chiles. Ihre Romane, wie Geisterhaus, Fortunas Tochter oder Der unendliche Plan wurden weltweit bekannt. Viele ihrer Romane sind stark autobiografisch geprägt. Sie ist die Nichte des früheren Präsidenten Salvador Allende.

Roberto Bolaño, Verfasser surrealistischer Lyrik und Prosa, ging nach dem Militärputsch 1973 ins Exil. Er ist Träger vieler Literaturpreise und verstarb 2003 in Barcelona, Spanien.

Víctor Jara, war ein politischer Sänger und zählt zu den großen Vertretern der „Nueva Canción“ (Neues Lied), einer großen revolutionären künstlerischen Bewegung in Südamerika. Er unterstützte aktiv Salvador Allende und wurde während des Militärputsches 1973 gefoltert und getötet.

Gabriela Mistral, Dichterin und Nobelpreisträgerin 1945, schrieb in ihren Gedichten über Liebe, Tod und Hoffnung, nachdem ihr Geliebter Romelio Ureta Selbstmord begannen hatte. Später arbeitete sie im diplomatischen Dienst Chiles.

Pablo Neruda, ist ein weltbekannter Dichter, Schriftsteller und Nobelpreisträger 1971. Er verfasste viel soziale und politische Lyrik und arbeitete als Botschafter in Frankreich für die Regierung von Salvador Allende. Er starb kurz nach dem Militärputsch 1973 an Krebs. Sein Begräbnis wurde zur ersten öffentlichen Demonstration gegen das Militärregime.

Antonio Skármeta, der Schriftsteller und Anhänger von Salvador Allende verließ nach dem Militärputsch 1973 das Land. Er verfasste Romane und Erzählungen, die sich oft mit der Militärdiktatur befassten. Für kurze Zeit war er nach dem Ende der Militärdiktatur Chiles Botschafter in Berlin.

Der moderne chilenische Film beschäftigt sich oft mit der Zeit der Militärdiktatur von 1973-1989. Der berühmteste Regisseur Chiles ist momentan Miguel Littín.

Sport

Die Fußball-Weltmeisterschaft 1962 fand in Chile statt. Die chilenische Fußballnationalmannschaft erreichte dabei einen achtbaren dritten Platz, das ist das beste Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft. Chile hat sich bisher siebenmal für die WM qualifiziert, und steht in diesem Kriterium in Südamerika auf Platz 4, hinter Brasilien, Argentinen und Uruguay. In der FIFA-Rangliste stand Chile im Juli 2005 auf einem niedrigen Platz 72. Zu den nationalen Fussballegenden zählen Ivan Zamorano, Marcelo Salas und unangefochten an der Spitze Elias Figueroa, erster und einziger Spieler Amerikas neben Zico, der dreimal den Titel des besten Spielers des Kontinents erringen konnte. Figueroa zählt heutzutage zu einem der besten Abwehrspielern des letzten Jahrhunderts.

Neben Fußball spielt insbesondere Tennis, der Reitsport und das Segeln eine bedeutende Rolle. Im Tennisdoppel gewann Nicolás Massú mit seinem Partner Fernando González bei den Olympischen Sommerspielen 2004 das erste Olympiagold für Chile überhaupt. Einen Tag später krönte Massú seine Olympiateilnahme mit dem Sieg im Herreneinzel und González gewann die Bronze-Medaille. Einer der großen Sportlegenden in Chile ist der Tennisspieler Marcelo Ríos, der als erster Spanischsprechender, vor Ferrero und Moya, den Weltranglistenplatz 1 erreichte, und somit zeitweise Pete Sampras ablöste. Im Segelsport, Kategorie Breitling, besetzten chilenische Teams in prestigeträchtigen Rennen, wie zum Beispiel der Copa del Rey regelmäßig die ersten 3 Plätze.

Im Rudern (Zweier ohne Steuermann) wurden Christian Yantani und Miguel Angel Cerda im Jahre 2002 in Sevilla Weltmeister. 2005 wurde Cerda in Japan mit Felipe Leal Vizeweltmeister und in der Schweiz Weltmeister.

Carlo de Gavardo ist 2-facher Motorrad-Rally Weltmeister und ein potentieller Kandidat für einen Sieg bei der Paris-Dakar Rally.

Kulinarische Spezialitäten

Die chilenische Küche ist kein Ableger der spanischen Küche, wie viele vermuten. Vielmehr gibt es eine Vielzahl von Einflüssen - auch aus Deutschland. So finden wir die deutschen Bezeichnungen „Kuchen“ und „Apfelstrudel“ auch auf Werbetafeln chilenischer Cafés.

Neben einem reichen Angebot an Meeresfrüchten wird in Chile gerne mit Cochayuyo, getrockneten Meeresalgen, gekocht. Durch Grillen zubereitetes Fleisch, das so genannte Asado, ist wie im Nachbarland Argentinien eine nationale Tradition. Neben Rindfleisch werden dabei vor allem die würzigen Paprikawürste Longanizas verwendet. Außerdem wird auch gerne Huhn gegessen.

Aufgrund der sonnigen Bedingungen in Mittel- und Nordchile und der vulkanischen Böden ist Chile sehr gut geeignet zum Anbau einer Vielzahl von Früchten.

Zu den Nationalgerichten zählen die chilenische Empanada, das sind mit Hackfleisch, Ei und Oliven gefüllte Teigtaschen, und die Cazuela, eine kräftige Suppe mit Hühnchen und Maiskolben. Humitas sind ein Maisbrei, der in Maisblättern gekocht wird und süß oder salzig gegessen wird.

Der Wein in Chile ist von sehr guter Qualität und wird zunehmend auf den Weltmarkt exportiert. Das Land gehört mittlerweile zu den sechs bedeutendsten Weinproduzenten der Welt. Rebsorten wie Merlot und Cabernet Sauvignon sind im Rotweinsegment weit verbreitet und werden auf verschiedenen Qualitätsstufen produziert. Eine exklusive Weinsorte ist die Carmenère, eine besonders empfindliche Rebsorte von außergewöhnlicher Qualität, die praktisch nur in Chile angebaut wird. Mit den Peruanern streiten sich die Landeseinwohner, wer den Pisco - einen Branntwein aus Trauben - erfunden hat, jedoch übersteigt die Piscoproduktion Chiles die peruanische um etwa das 46-fache.

 

von: http://de.wikipedia.org/wiki/Chile

 

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